Die Weltkulturerbestadt Quedlinburg

Die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt Quedlinburg liegt am Nordrand des Harzes und war im Mittelalter eine bekannte Königspfalz.

Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten in Quedlinburg, sondern auch wegen der charmanten Atmosphäre, die diese alte Stadt ausstrahlt. Die Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren sollten aber nicht unterschätzt werden. Da der Harz ein absolutes Wander- und Radfahrparadies ist, wie auch wir vielfach erkundet haben, gibt es auch rund um Quedlinburg ein gut ausgebautes Wegenetz, das es zu entdecken gilt. Rundwanderwege und Fernstrecken bieten ideale Möglichkeiten für gemütliche Familientouren sowie auch sportliche Herausforderungen gleichermaßen. Die St.-Johannes-Kapelle ist seit 2003 eine Station der deutschen Verlängerung des Jakobsweges.

Mittelalterlicher Stadtkern mit zahlreichen Fachwerkhäusern

quedlinburg 08Bei Touristen und Urlaubern ist insbesondere die Altstadt Quedlinburgs bekannt, welche mit ihren verwinkelten Gassen, den zahlreichen Fachwerkhäusern und dem idyllischen Kopfsteinpflaster Straßen bereits seit dem Jahr 1994 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Heute ist die Welterbestadt Quedlinburg eines der größten Flächendenkmale Deutschlands und ein herausragendes Beispiel für eine bis heute erhaltene mittelalterliche Stadtstruktur. Eines der bedeutendsten Bauprojekte im UNESCO-Welterbe ist der Stiftsberg mit Stiftskirche und Schloss.

Sightseeing in der Altstadt bietet also die Gelegenheit, außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten in Quedlinburg kennenzulernen. Knapp 2000 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten sowie die vielen bunten Gassen machen den Charme der Altstadt aus, die historisch gewachsen ist. Die Balken der Fachwerkhäuser sind oft krumm und schief, so als hätten sie sich der Last der Jahrhunderte gebeugt. Oft sind sie mit geschnitzten Elementen dekoriert.

Herzstück ist zweifellos das Rathaus

quedlinburg 07Das Herzstück bildet der Marktplatz mit dem Rathaus mitten im Zentrum. Das Rathaus wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt und gehört zu den bekannten Sehenswürdigkeiten in Quedlinburg. Am Finkenherd, zu Füßen des Burgberges, soll der Sachsenherzog Heinrich 919 die Königskrone empfangen haben. Er und seine Nachfolger machten die Pfalz Quedlinburg zu einem wichtigen Zentrum ihrer Reichspolitik. Heinrich I. wurde hier 936 beigesetzt.

1326 schloss sich die Stadt mit Halberstadt und Aschersleben zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen, der 150 Jahre andauerte. In den folgenden vier Jahrhunderten nahm Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wie in anderen Städten (Braunschweig, Halberstadt) der Region waren das Gewandschneider- und das Kaufmannswesen besonders intensiv. Um 1330 wurde die Altstadt mit der im 12. Jahrhundert gegründeten Neustadt belehnt; beide agierten fortan immer geschlossen als Stadt Quedlinburg.

Querelen mit der Äbtissin Hedwig von Sachsen

quedlinburg 06Der Plan des Stadtrates, sich von den Befugnissen der Äbtissin Hedwig von Sachsen zu befreien, mündete 1477 in einen gewaltsamen Konflikt. Die Quedlinburger versuchten, Hedwig mit Waffengewalt aus der Stadt zu vertreiben. Daraufhin bat diese ihre Brüder, die Wettiner Herzöge Ernst und Albrecht, um Hilfe. Die entsandten Truppen stürmten die Stadt ohne eigene Verluste, während 80 Quedlinburger fielen.

Die Bürgerschaft unterwarf sich daraufhin und schied aus sämtlichen Bündnissen aus. Der um 1435 vor dem Haus der Gewandschneider auf dem Marktplatz aufgestellte Roland, Symbol der Marktfreiheit und Zeichen städtischer Unabhängigkeit, wurde gestürzt und zerschlagen. 1569 ließ der Rat diese Rolandsfigur im Hof des Ratskellers wieder neu aufstellen und 1869 wurden die Bruchstücke der Rolandstatue vor dem Rathaus aufgestellt. 2013 wurde die Figur gesäubert und komplettiert.

400 Fachwerkhäuser mit Inschriften versehen

quedlinburg 04Den größten städtebaulichen Aufschwung nahm die Stadt ab dem Dreißigjährigen Krieg. Die meisten der 2159 erhaltenen Fachwerkhäuser sind in dieser Zeit entstanden. Auf etwa 400 Fachwerkhäusern sind Inschriften angebracht, die meist die Bauherren und – als Quedlinburger Besonderheit – die ausführenden Handwerker nennen.

  • Gildehaus Zur Rose, Breite Straße 39 (farbenreiches Fachwerkhaus von 1612)
  • So genannte Börse, Steinweg 23 (repräsentatives Fachwerkhaus von 1683)
  • Ehemaliger Gast- und Kaufmannshof Weißer Engel, Lange Gasse 33, Eckfachwerkbau von 1623, im Fachwerkoberstock einzigartige Decke mit elf Stuckreliefs (Szenen aus dem Alten Testament)
  • Um 1660 entstand der Kaufmannshof in der Breiten Straße 34.
  • Das Lohgerberhaus an der Westseite des Markts entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
  • Im Jahr 1701 entstand das Haus Grünhagen auf der Ostseite des Marktplatzes.
  • Mittelalterliche Fachwerkbauten: Klink 6/7 (1289 d), Breite Straße 12/13 (1330 d)
  • Das Wohnhaus Schmale Straße 47 entstand im Stil der Spätgotik bereits um 1485, die Gebäude Schmale Straße 33 und 7 entstanden im Barock.
  • Die Schlossmühle Quedlinburg (erster urkundlicher Nachweis 1412, seit 1997 Hotel)

quedlinburg 02Ein Konglomerat aus Stiftskirche, Fachwerkhäusern und Schlossräumlichkeiten bildet das Schloss Quedlinburg, es ist folglich kein Solitär, das in flacher Landschaft bewundert werden kann, sondern besteht aus untrennbar miteinander verbundenen Gebäudekomplexen, die weithin sichtbar über der Stadt auf einem 30 Meter hohen Sandsteinfelsen thronen.

Mit wenigen Worten kurz gesagt, ein Ausflug der sich lohnt, zumal es einige Köstlichkeiten in der Stadt gibt, die auch den Gaumen verwöhnen.

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